Was ist bloß auf dem Automarkt los, Traditionsbetriebe schließen Ihr Pforten, Sportwagenhersteller, die immer schwarze Zahlen
vorweisen konnten, schreiben riesige Verluste und große deutsche Automarken, die dieses Land geprägt haben, stehen vor dem aus.
Ein Name, der aus Deutschland nicht wegzudenken ist und nun seit fast 150 Jahren für deutsche Wertarbeit zählt, ist Adam Opel. Gerade im Ruhrgebiet, ist ein Leben ohne die Opel AG kaum vorstellbar und doch weiß noch keiner so genau wie es weiter gehen soll. Bisher haben Magna und GM lediglich eine Absichtserklärung getroffen, die rechtlich nicht bindend ist, ein Ausstieg Magnas gilt jedoch als unwahrscheinlich. Alle Werke in Deutschland sollen erhalten bleiben. Einen solchen Zustand hätte man bei Opel noch vor Jahren nicht für möglich gehalten. Wir sprechen über ein Unternehmen, das auf eine Firmengeschichte von 150 Jahren zurück blickt. Adam Opel, der älteste Sohn eines Schlossermeisters, lernte im väterlichen Betrieb in Rüsselsheim. Nachdem er 1862 von seiner Gesellenwanderschaft zurückkehrte, baute er in der Werkstatt seines Vaters, die erste Opel-Nähmaschine. Im Frühjahr 1863 machte er
sich, mit der „Nähmaschinenfabrik Adam Opel“, in einem ehemaligen Kuhstall selbstständig und produzierte bis 1880 die stolze Zahl von 20.000 Maschinen. Danach erfolgte die Umstellung auf das „Singer-System“. Parallel wurden bei Opel auch Weinverkorkungsmaschinen hergestellt. Nach einem Großbrand im Nähmaschinenwerk, stellte Adam Opel die Produktion ein. Bis zu diesem Zeitpunkt entstanden ungefähr 1.000.000 Maschinen. Adam Opels Söhne entwickelten sich zu leidenschaftlichen und erfolgreichen Radrennfahrern. So begann neben der Nähmaschinenproduktion im Jahre 1886 die Herstellung von Fahrrädern. Die im Radrennsport erfolgreichen Opel-Söhne verhalfen der Fahrradproduktion zu enormer Popularität und so entwickelte sich Opel in den 20ger Jahren zum größten Fahrradhersteller der Welt, was wohl nur die wenigsten von uns wissen. Im Jahre 1936 wurde die Fahrradproduktion an den Zweiradhersteller NSU verkauft. Im Jahre 1895 starb Adam Opel und bereits 1898 begannen seine Söhne mit der Produktion von Kraftfahrzeugen, was Adam Opel zu seinen Lebzeiten nie wollte. Alles sollte beginnen mit dem Bau vom „Opel-Patentmotorwagen System Lutzmann“. Zu gleicher Zeit begann Opel auch mit der Produktion von Motorrädern. Das erste Opel-Motorrad hatte 2-PS und wurde 1901 gebaut. Mitte der 20er Jahre ging Opel mit dem Motorrad „Opel Motorclub 500“ in Serie, stellte diese jedoch 1930 komplett ein. 1910 wurden bei Opel die ersten Nutzfahrzeuge ausgeliefert. Der so genannte „Heeres-LKW“ hatte zunächst eine Nutzlast von 1,5t und stolzen 30 PS. Im Inflationsjahr 1923 wurde die LKW-Produktion komplett eingestellt und erst 1927 wieder aufgenommen. Im Jahre 1931 entstand der berühmte Opel-Blitz. Wie es dann weiterging, ist uns allen bekannt.
Ein solches Erfolgsunternehmen steht nun vor der Zerschlagung und man fragt sich, wo das hinführen wird. Opel ist jedoch kein Einzelfall, auch das Traditionsunternehmen Karmann in Osnabrück, schloss am Montag den 22.06. sein Werk. Das letzte CLK-Cabrio lief dort um 11.35 Uhr vom Band. Seit 1949 hat Karmann mehr als 3,3 Milo. Autos gebaut, darunter Legenden wie z.B. das Käfer-Cabrio, den Karmann-Ghia oder den Scirocco.
Ein Exkurs in die Geschichte der Firma Karmann wäre ein Thema für eine der nächsten Newsletter.
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