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Datendienstleister bei Fahrzeugportalen wechseln: Wie es funktioniert und was zu beachten ist

Wie Autohäuser den Datendienstleister bei mobile.de und AutoScout24 wechseln können, warum dabei keine Mehrkosten entstehen und welche Schritte nötig sind, damit der Übergang reibungslos funktioniert.

Datendienstleister bei Fahrzeugportalen wechseln: Wie es funktioniert und was zu beachten ist

Viele Autohäuser glauben, dass ein Wechsel des Datendienstleisters – also des Systems, das ihre Fahrzeugdaten automatisiert an Portale wie mobile.de oder AutoScout24 überträgt – kompliziert, teuer oder mit Ausfallzeiten verbunden ist. In Wirklichkeit ist der Vorgang bei den großen Portalen technisch einfach gehalten und verursacht keine zusätzlichen Portalkosten. Trotzdem scheitert der Wechsel in der Praxis häufig an Unsicherheit, fehlender Anleitung oder schlicht daran, dass niemand weiß, wo die Einstellung zu finden ist.

Warum Händler den Datendienstleister wechseln wollen

Unzufriedenheit mit dem bestehenden Anbieter

Die häufigsten Gründe für einen Wechsel: fehlende oder fehlerhafte Datenübertragung, langsamer Support bei Problemen, unvollständige Klickmerkmale auf den Portalen, keine Unterstützung neuer Funktionen wie Google Vehicle Ads oder schlicht ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei einem anderen Anbieter.

Wechsel des DMS oder der Fahrzeugverwaltung

Wenn ein Autohaus sein Dealer Management System oder seine Fahrzeugverwaltung wechselt, ändert sich häufig auch der Datendienstleister, weil die Portalbelieferung an das neue System gekoppelt ist. In diesem Fall ist der Wechsel des Datendienstleisters ein notwendiger Teil der Gesamtumstellung.

Zusammenlegung oder Aufteilung von Standorten

Bei Betriebsübernahmen, Filialzusammenlegungen oder der Eröffnung neuer Standorte muss die Portalbelieferung häufig neu aufgesetzt werden – was in der Praxis einem Wechsel des Datendienstleisters gleichkommt.

Was viele Händler nicht wissen

Es entstehen keine Mehrkosten beim Portal

Der Wechsel des Datendienstleisters hat keinen Einfluss auf die Portalgebühren. Die Kosten, die ein Autohaus an mobile.de oder AutoScout24 zahlt, richten sich nach dem gewählten Paket und der Anzahl der Inserate – nicht nach dem Datendienstleister, der die Daten liefert. Ob die Fahrzeugdaten über Anbieter A oder Anbieter B eingespeist werden, ist für die Portalkosten irrelevant.

Der Wechsel ist technisch einfach

Bei den großen Portalen ist der Wechsel des Datenlieferanten ein administrativer Vorgang, der in der Regel innerhalb weniger Minuten erledigt ist – vorausgesetzt, man weiß, wo die Einstellung zu finden ist und der neue Datendienstleister die Übertragung korrekt vorbereitet hat.

Die bestehenden Inserate bleiben erhalten

Ein häufiges Missverständnis: Viele Händler befürchten, dass beim Wechsel des Datendienstleisters alle bestehenden Inserate gelöscht werden und neu angelegt werden müssen. In der Regel ist das nicht der Fall. Die Inserate sind dem Händlerkonto zugeordnet, nicht dem Datendienstleister. Beim Wechsel übernimmt der neue Anbieter die Belieferung – die bestehenden Inserate werden aktualisiert, nicht gelöscht und neu erstellt. Voraussetzung ist allerdings, dass der neue Datendienstleister die interne Portalkennung der Fahrzeuge korrekt übernimmt.

Wie der Wechsel bei mobile.de funktioniert

Selbstständig im Händlerbereich umstellen

Bei mobile.de kann der Händler den Datendienstleister eigenständig umstellen – ohne den mobile.de-Support kontaktieren zu müssen. Die Einstellung findet sich im Händlerbereich unter dem Menüpunkt "Datenimport", dort im Unterpunkt "Schnittstelle: Einstellungen".

Die drei Optionen beim Datenimport

Mobile.de bietet drei Einstellungen für den Import von Fahrzeugdaten an. Die erste Option ist "Keine Nutzung der Schnittstelle" – das bedeutet, dass alle Inserate manuell im Portal angelegt und gepflegt werden. Die zweite Option ist "Datenimport per Seller-API" – hier überträgt das eigene System die Daten direkt über die Programmierschnittstelle von mobile.de. Die dritte und häufigste Option ist "Datenimport durch einen Datendienstleister" – hier wird ein externer Anbieter aus einer Dropdown-Liste ausgewählt, der die Datenübertragung übernimmt.

So läuft die Umstellung ab

Der Händler loggt sich in seinen mobile.de-Händlerbereich ein, navigiert zu "Datenimport" und dann zu "Schnittstelle: Einstellungen". Dort wählt er die Option "Datenimport durch einen Datendienstleister" und wählt den neuen Anbieter aus der Liste aus. Nach dem Speichern ist die Umstellung sofort aktiv – der neue Datendienstleister kann ab diesem Moment Fahrzeugdaten an mobile.de übertragen.

Den richtigen Datendienstleister wählen.

Wichtig: Den neuen Anbieter erst auswählen, wenn dieser bereit ist

Die Umstellung im Portal sollte erst erfolgen, wenn der neue Datendienstleister bestätigt hat, dass die Datenübertragung auf seiner Seite eingerichtet und getestet ist. Wer die Einstellung im Portal umstellt, bevor der neue Anbieter bereit ist, riskiert einen Zeitraum, in dem keine Daten übertragen werden – bestehende Inserate bleiben zwar erhalten, werden aber nicht mehr aktualisiert.

Wie der Wechsel bei AutoScout24 funktioniert

Umstellung über den Support

Anders als bei mobile.de kann der Händler bei AutoScout24 den Datendienstleister nicht selbstständig im Kundenbereich umstellen. Die Änderung erfolgt über den AutoScout24-Support. Der Händler oder der neue Datendienstleister kontaktiert den Support und teilt mit, dass der Datenlieferant gewechselt werden soll.

Was der Support benötigt

In der Regel werden die Händler-Kundennummer, der Name des neuen Datendienstleisters und gegebenenfalls eine Bestätigung des Händlers benötigt, dass der Wechsel gewünscht ist. Die Bearbeitungszeit variiert – in unkomplizierten Fällen ist die Umstellung innerhalb von ein bis zwei Werktagen erledigt.

Koordination mit dem Datendienstleister

Ein guter Datendienstleister übernimmt die Kommunikation mit dem AutoScout24-Support und koordiniert den Wechselzeitpunkt so, dass keine Lücke in der Datenübertragung entsteht. Der Händler selbst muss in der Regel nur die Freigabe erteilen.

Was ein guter Datendienstleister beim Wechsel leistet

Vorbereitung und Test vor der Umstellung

Bevor die Umstellung im Portal aktiviert wird, sollte der neue Datendienstleister die vollständige Datenübertragung auf seiner Seite eingerichtet und getestet haben – inklusive aller Fahrzeuge, Bilder, Preise und Ausstattungsmerkmale. Fehler, die erst nach der Umstellung auffallen, bedeuten fehlerhafte Inserate für die Dauer der Behebung.

Übernahme der Portal-Fahrzeugkennungen

Damit die bestehenden Inserate nicht gelöscht und neu angelegt werden, muss der neue Datendienstleister die internen Portal-Fahrzeugkennungen korrekt übernehmen. Wird ein Fahrzeug mit einer neuen Kennung übertragen, erkennt das Portal es nicht als bestehendes Inserat, sondern legt ein neues an – mit dem Risiko, dass das alte Inserat als Duplikat bestehen bleibt oder die Inserats-Historie (Statistiken, Merklisten-Einträge) verloren geht.

Vollständiges Mapping der Datenfelder

Jedes Portal hat eigene Feldstrukturen und Referenzdaten. Ein Datendienstleister, der beim Wechsel das Mapping nicht vollständig einrichtet, liefert möglicherweise Inserate mit fehlenden Klickmerkmalen, falschen Kategorien oder unvollständigen Ausstattungsangaben – auch wenn die Daten im Quellsystem korrekt sind. Die Qualität des Mappings zeigt sich oft erst nach der Umstellung, weshalb eine sorgfältige Prüfung der ersten übertragenen Inserate nach dem Wechsel unerlässlich ist.

Typische Stolpersteine beim Wechsel

Den alten Anbieter nicht rechtzeitig informieren

Wenn der alte Datendienstleister weiterhin Daten an das Portal sendet, während der neue ebenfalls bereits liefert, entstehen Konflikte – doppelte Updates, widersprüchliche Preise oder Inserate, die abwechselnd von zwei Systemen überschrieben werden. Der alte Anbieter muss vor der Umstellung informiert und die Übertragung auf seiner Seite gestoppt werden.

Vertragslaufzeiten beim alten Anbieter übersehen

Manche Datendienstleister haben Vertragslaufzeiten mit Kündigungsfristen. Wer den Wechsel plant, sollte die bestehenden Vertragsbedingungen frühzeitig prüfen, um Doppelkosten durch eine Überlappung zu vermeiden.

Zugangsdaten zum Portalaccount nicht verfügbar

Der Wechsel erfordert Zugang zum Händlerbereich des Portals. In manchen Betrieben ist unklar, wer die Zugangsdaten hat – sie liegen beim ehemaligen Geschäftsführer, beim alten IT-Dienstleister oder wurden nie dokumentiert. Dieser Punkt klingt banal, ist aber einer der häufigsten Gründe, warum ein eigentlich einfacher Wechsel sich über Tage verzögert.

Keine Prüfung nach der Umstellung

Nach der Umstellung sollten die ersten Inserate gezielt geprüft werden: Stimmen die Preise? Sind alle Fotos übertragen? Sind Klickmerkmale und Ausstattungsangaben vollständig? Fehlen EnVKV-Angaben bei Neufahrzeugen? Eine Stichprobe von fünf bis zehn Fahrzeugen direkt nach dem Wechsel reicht, um systematische Fehler zu erkennen, bevor sie den gesamten Bestand betreffen.

Fazit

Der Wechsel des Datendienstleisters bei Fahrzeugportalen ist technisch einfacher als die meisten Händler vermuten. Bei mobile.de lässt sich der Lieferant eigenständig im Händlerbereich umstellen, bei AutoScout24 erfolgt die Änderung über den Support. Zusätzliche Portalkosten entstehen nicht. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Umstellung selbst, sondern in der Vorbereitung: Der neue Anbieter muss die Datenübertragung vollständig eingerichtet und getestet haben, bevor die Umstellung im Portal aktiviert wird. Wer diesen Grundsatz befolgt, den alten Anbieter rechtzeitig informiert und die ersten Inserate nach dem Wechsel sorgfältig prüft, erlebt einen reibungslosen Übergang – in der Regel innerhalb eines Werktages.

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