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Preisauszeichnung am Fahrzeug: Von Papier über QR-Code bis zum digitalen Display

Welche Möglichkeiten Autohäuser bei der Preisauszeichnung am Fahrzeug haben, wie sich Papier, QR-Code-Lösungen und digitale Displays unterscheiden und welche Pflichtangaben dabei nicht fehlen dürfen.

Preisauszeichnung am Fahrzeug: Von Papier über QR-Code bis zum digitalen Display

Die Preisauszeichnung am Fahrzeug gehört zu den Dingen, die jedes Autohaus täglich macht – und über die trotzdem selten strategisch nachgedacht wird. In den meisten Betrieben steckt ein ausgedruckter Zettel hinter der Windschutzscheibe, erstellt in Word oder aus dem DMS, manchmal von Hand beschrieben. Dabei hat sich in den letzten Jahren einiges getan: Digitale Displays, QR-Code-Lösungen und hybride Systeme verändern die Art, wie Fahrzeuge auf dem Hof und im Showroom präsentiert werden – und verbinden die Offline-Präsentation erstmals wirklich mit der Online-Vermarktung.

Was auf einem Preisschild stehen muss

Pflichtangaben nach der Preisangabenverordnung (PAngV)

Wer als gewerblicher Händler Fahrzeuge mit Preisangabe ausstellt, muss den Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer angeben – deutlich sichtbar und dem Fahrzeug eindeutig zugeordnet. Der Preis muss der allgemeinen Verkehrsauffassung nach den Grundsätzen der Preisklarheit und Preiswahrheit entsprechen. Zusatzkosten, die im Gesamtpreis nicht enthalten sind – etwa Überführungskosten oder Zulassungsgebühren –, müssen gesondert ausgewiesen werden.

EnVKV-Angaben bei Neufahrzeugen

Bei neuen Personenkraftwagen kommen die Pflichtangaben aus der Pkw-EnVKV hinzu: Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und CO₂-Klasse. Bei Neufahrzeugen im Showroom ist außerdem das offizielle Pkw-Energielabel am Fahrzeug anzubringen. Diese Pflicht gilt nicht für Gebrauchtwagen – wer sie dort trotzdem anbringt, macht aber nichts falsch und signalisiert Transparenz.

Differenzbesteuerung sichtbar machen

Bei Fahrzeugen, die nach § 25a UStG differenzbesteuert verkauft werden, muss das Preisschild den Hinweis enthalten, dass der Preis die Mehrwertsteuer enthält, diese aber nicht gesondert ausgewiesen werden kann. Fehlt dieser Hinweis, kann das zu Missverständnissen mit gewerblichen Käufern führen, die fälschlicherweise von einem Vorsteuerabzug ausgehen.

Die klassische Variante: Ausgedruckte Preisschilder

Wie es in der Praxis aussieht

Die große Mehrheit der Autohäuser arbeitet nach wie vor mit gedruckten Preisschildern – meist ein A4-Blatt, das hinter die Windschutzscheibe geklemmt oder in eine Plastikhülle an der Seitenscheibe befestigt wird. Die Gestaltung reicht von professionell vorformatierten Ausdrucken aus dem DMS bis zu handschriftlichen Zetteln.

Vorteile

Papier ist einfach, günstig und braucht keine Technik. Jeder Mitarbeiter kann ein Preisschild erstellen, es lässt sich in Sekunden austauschen und ist bei jedem Wetter lesbar. Für kleine Bestände oder Betriebe mit geringer Fluktuation auf dem Hof ist das ausreichend.

Nachteile

Aktualitätsproblem

Das größte Problem gedruckter Preisschilder: Sie veralten. Wird der Preis im System geändert, muss das Schild manuell neu gedruckt und ausgetauscht werden. In der Praxis passiert das häufig verspätet oder gar nicht – mit dem Ergebnis, dass der Preis am Fahrzeug nicht mit dem Preis im Inserat übereinstimmt. Das irritiert Kunden und kann im schlimmsten Fall wettbewerbsrechtlich relevant werden.

Witterung und Lesbarkeit

Ein Blatt Papier hinter einer Windschutzscheibe, das wochenlang der Sonne ausgesetzt ist, bleicht aus. Bei Regen und Feuchtigkeit wellt es sich. Im Winter beschlägt die Scheibe von innen und macht das Schild unlesbar. Laminierte Varianten halten länger, erfordern aber einen zusätzlichen Arbeitsschritt.

Keine Verbindung zur digitalen Welt

Ein gedrucktes Preisschild ist eine Sackgasse: Der Kunde liest die Informationen, kann aber nicht direkt auf weitere Details zugreifen – keine zusätzlichen Fotos, keine Ausstattungsliste, kein Kontaktformular. Die Verbindung zwischen dem Fahrzeug auf dem Hof und dem Inserat im Internet fehlt.

QR-Code-Lösungen: Die Brücke zwischen Hof und Internet

Das Prinzip

Statt alle Informationen auf dem Schild selbst unterzubringen, enthält es einen QR-Code, den der Kunde mit dem Smartphone scannen kann. Der Code führt auf die Fahrzeug-Detailseite im Internet – mit dem vollständigen Inserat, allen Fotos, Ausstattungsdetails, EnVKV-Angaben und einer direkten Kontaktmöglichkeit.

Vorteile

Immer aktuelle Informationen

Der QR-Code selbst ändert sich nicht – aber die Seite, auf die er verweist, wird in Echtzeit aktualisiert. Wird der Preis im System geändert, sieht der Kunde beim Scan sofort den aktuellen Preis. Das Aktualitätsproblem des Papierzettels entfällt.

Alle Informationen verfügbar

Auf einem Preisschild ist der Platz begrenzt. Per QR-Code hat der Kunde Zugriff auf alles, was das Online-Inserat bietet: Dutzende Fotos, vollständige Ausstattungsliste, Verbrauchswerte, Finanzierungsbeispiele und die Möglichkeit, direkt eine Anfrage zu stellen oder einen Termin zu vereinbaren.

Messbarkeit

Wenn der QR-Code über ein Tracking-System generiert wird, lässt sich nachvollziehen, wie oft er gescannt wurde – also wie viel Interesse ein Fahrzeug auf dem Hof erzeugt. Das liefert Daten, die ein Papierzettel schlicht nicht liefern kann.

Nachteile

Nicht jeder scannt

Nicht jeder Kunde ist bereit, auf dem Hof sein Smartphone zu zücken und einen QR-Code zu scannen. Ältere Zielgruppen oder Kunden, die sich nur spontan umsehen, greifen eher nicht zum Telefon. Ein QR-Code allein – ohne sichtbaren Preis und Basisdaten auf dem Schild selbst – reicht daher nicht aus.

Abhängigkeit von der Website

Der QR-Code ist nur so gut wie die Seite, auf die er führt. Wenn die Fahrzeug-Detailseite langsam lädt, auf dem Smartphone schlecht dargestellt wird oder das Fahrzeug dort nicht mehr gepflegt wird, ist der QR-Code nutzlos oder sogar kontraproduktiv.

Digitale Displays am Fahrzeug

Was es gibt

Digitale Preisschilder – kleine Bildschirme oder E-Ink-Displays, die am Fahrzeug angebracht werden – zeigen Preis, Basisdaten und teilweise auch ein Foto oder den QR-Code an. Sie werden zentral über eine Software gesteuert und aktualisieren sich automatisch, wenn sich Daten im System ändern.

Vorteile

Zentrale Steuerung, keine manuelle Aktualisierung

Der größte Vorteil: Preisänderungen, Statusänderungen (verkauft, reserviert) oder Ergänzungen werden zentral im System vorgenommen und in Echtzeit auf dem Display aktualisiert. Kein Mitarbeiter muss zum Fahrzeug laufen, um einen Zettel auszutauschen.

Professionelles Erscheinungsbild

Einheitliche digitale Displays über den gesamten Bestand wirken deutlich professioneller als unterschiedlich gestaltete Papierzettel. Sie signalisieren dem Kunden einen modern aufgestellten Betrieb und erhöhen die wahrgenommene Qualität der Fahrzeugpräsentation.

Kombinierbar mit QR-Code

Die meisten digitalen Displaysysteme lassen sich mit einem QR-Code kombinieren – der Kunde sieht die wichtigsten Daten auf dem Display und kann bei Interesse per QR-Code auf die vollständige Fahrzeugseite zugreifen.

Nachteile

Anschaffungskosten

Digitale Displays sind eine Investition – pro Display fallen je nach Technologie (E-Ink, LCD, LED) und Größe Kosten an, die deutlich über einem Papierausdruck liegen. Für kleinere Bestände kann das Verhältnis von Investition zu Nutzen ungünstig sein.

Technik auf dem Hof

Displays brauchen Strom (oder einen Akku, der regelmäßig geladen werden muss), eine Datenverbindung und Schutz vor Witterung und Vandalismus. Nicht jeder Hofstellplatz ist dafür ohne weiteres geeignet, und der technische Wartungsaufwand ist höher als bei einem Papierzettel.

E-Ink vs. LCD

E-Ink-Displays sind bei Sonnenlicht besser lesbar und verbrauchen extrem wenig Strom, können aber nur statische Inhalte anzeigen und aktualisieren sich langsam. LCD-Displays bieten farbige Darstellung und schnelle Updates, sind bei direkter Sonneneinstrahlung aber oft schlecht ablesbar und verbrauchen deutlich mehr Energie.

Hybride Lösungen: Papier mit digitalem Kern

Das praktikable Mittelding

Viele Betriebe setzen auf einen pragmatischen Mix: Ein professionell gestaltetes Papierschild mit den Pflichtangaben und den wichtigsten Eckdaten (Preis, Marke, Modell, Erstzulassung, Kilometerstand) plus einem QR-Code, der auf die vollständige Fahrzeug-Detailseite verweist. Das Schild wird aus dem DMS oder der Fahrzeugverwaltung generiert, sodass die Daten konsistent sind.

Warum diese Variante für die meisten Betriebe der sinnvollste Einstieg ist

Sie kombiniert die Vorteile beider Welten: Der Kunde bekommt die Kerninfos auf einen Blick, ohne sein Smartphone zücken zu müssen. Wer mehr wissen will, scannt den QR-Code. Die Erstellung ist automatisiert (kein manuelles Gestalten), die Verbindung zur digitalen Vermarktung ist hergestellt, und die Investitionskosten sind minimal.

Preisauszeichnung und Verhandlungsspielraum

Darf auf dem Preisschild "Verhandlungsbasis" stehen?

Im Autohandel sind Preisverhandlungen üblich, und viele Händler möchten signalisieren, dass der angegebene Preis nicht fix ist. Die Angabe "VB" (Verhandlungsbasis) oder "Verhandlungspreis" ist grundsätzlich zulässig, solange ein konkreter Gesamtpreis angegeben wird. Ein Schild, das nur "Preis auf Anfrage" zeigt, ohne einen Preis zu nennen, verstößt dagegen gegen die Preisangabenverordnung – der Gesamtpreis muss immer erkennbar sein.

Fazit

Die Preisauszeichnung am Fahrzeug ist mehr als ein Pflichtzettel hinter der Windschutzscheibe. Sie ist der erste Kontaktpunkt zwischen Fahrzeug und Interessent auf dem Hof – und damit ein Moment, der über den weiteren Verlauf der Kundenbeziehung mitentscheidet. Wer bei einem ausgedruckten Blatt bleibt, erfüllt die Mindestanforderungen. Wer einen QR-Code ergänzt, schafft die Verbindung zur digitalen Vermarktung. Und wer auf digitale Displays setzt, automatisiert die Aktualisierung und hebt die Fahrzeugpräsentation auf ein neues Niveau. Welche Variante die richtige ist, hängt von Bestandsgröße, Budget und dem Anspruch an die eigene Außenwirkung ab – aber der Schritt vom reinen Papierzettel zu einer Lösung mit digitalem Kern lohnt sich für die meisten Betriebe bereits mit der einfachsten Variante: einem gut gestalteten Schild mit QR-Code.

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